Heiligabend gilt bundesweit als besonderer Öffnungstag mit einer Obergrenze von 14 Uhr in fast allen Bundesländern. Silvester bleibt in 8 der 16 Bundesländer ohne Sonderregel und folgt den regulären Werktagsöffnungszeiten, während 8 weitere Länder eine feste Schließzeit zwischen 14 und 22 Uhr vorschreiben.
Heiligabend hat in allen 16 Bundesländern eine Sonderregel: In Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen dürfen Geschäfte 6 bis 14 Uhr öffnen, in den übrigen 12 Ländern bis 14 Uhr ohne feste Startzeit. Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, dürfen nur Lebensmittelgeschäfte und Weihnachtsbaumverkäufer bis 14 Uhr öffnen. Silvester ist deutlich uneinheitlicher: 8 Bundesländer haben keine Sonderregel, 4 schließen um 14 Uhr, 2 um 20 Uhr und 2 um 22 Uhr.
Bis wann dürfen Geschäfte an Heiligabend öffnen?
Geschäfte dürfen am 24. Dezember bundesweit bis spätestens 14 Uhr öffnen. In Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen beginnt die Öffnung dabei um 6 Uhr, in den übrigen 12 Bundesländern legt jedes Geschäft die Startzeit selbst fest, solange die 14-Uhr-Grenze eingehalten wird.
Diese einheitliche Nachmittagssperre existiert unabhängig davon, wie liberal ein Bundesland die übrigen Werktage regelt. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erlauben werktags durchgehende Öffnung bis Mitternacht, an Heiligabend gilt dennoch die 14-Uhr-Grenze wie überall sonst.
Was gilt, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt?
Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, dürfen nur Geschäfte mit überwiegendem Lebensmittelsortiment und Weihnachtsbaumverkäufer bis 14 Uhr öffnen. Alle übrigen Einzelhändler bleiben geschlossen, weil dann die Sonntagsregel Vorrang vor der gewöhnlichen Heiligabend-Ausnahme hat.
Diese Konstellation betrifft Kunden seltener, weil der 24. Dezember statistisch nur einmal in sieben Jahren auf einen Sonntag fällt. Wer seinen Einkauf für den Fall eines Sonntags-Heiligabends plant, sollte gezielt nach Lebensmittelmärkten und Weihnachtsbaumverkauf suchen statt nach regulären Geschäften.
Auch dort, wo Geschäfte theoretisch bis 14 Uhr öffnen dürften, zeigen die von uns ausgewerteten OSM-Filialdaten regelmäßig deutlich frühere Schließzeiten. Viele Filialisten legen unternehmensintern 12 oder 13 Uhr als tatsächliches Limit fest, um dem Personal einen früheren Feierabend zu ermöglichen. Die gesetzliche Obergrenze ist damit ein Maximum, kein verlässlicher Richtwert für die tatsächliche Öffnungszeit einer einzelnen Filiale.
Wie unterscheiden sich die Silvester-Regeln zwischen den Bundesländern?
Silvester kennt vier unterschiedliche Regelungsgruppen. Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben keine Sonderregel und folgen den normalen Werktagszeiten. Bremen, Hessen, Niedersachsen und Thüringen schreiben eine Schließung bis 14 Uhr vor. Bayern und das Saarland erlauben Öffnung bis 20 Uhr. Rheinland-Pfalz und Sachsen setzen die Grenze bei 22 Uhr.
Der 31. Dezember ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag, weshalb die Länder ohne Sonderregel ihn wie einen gewöhnlichen Werktag behandeln. In den Ländern mit früherer Schließzeit greift stattdessen eine spezielle Vorschrift im jeweiligen Ladenöffnungsgesetz, die unabhängig vom Wochentag gilt, auf den Silvester fällt.
Warum behandeln manche Länder Silvester strenger als andere?
Die frühere Schließung an Silvester geht in mehreren Bundesländern auf denselben Gedanken zurück wie der Sonntagsschutz: Beschäftigte im Einzelhandel sollen den Jahreswechsel wie einen Feiertag mit der Familie verbringen können. Bayern und das Saarland wählen mit der 20-Uhr-Grenze einen Mittelweg zwischen freiem Silvesterabend und Kundenbedürfnis nach spätem Einkauf.
Rheinland-Pfalz und Sachsen setzen mit 22 Uhr die spätesten Grenzen unter den Ländern mit Sonderregel und liegen damit näher an den acht Ländern ohne jede Einschränkung.
? Meine Einschätzung
Die Silvester-Regelung ist der unübersichtlichste Fall im gesamten deutschen Ladenschlussrecht, weil vier verschiedene Zeitgrenzen nebeneinander existieren, ohne dass eine geografische oder historische Logik erkennbar wäre. Wer in Frankfurt am Main lebt, muss um 14 Uhr fertig eingekauft haben, wer 80 Kilometer weiter im rheinland-pfälzischen Mainz wohnt, hat bis 22 Uhr Zeit. Diese Differenz lohnt sich gerade bei Grenzlagen zwischen Bundesländern vor jedem Jahreswechsel neu zu prüfen.
- Heiligabend: bundesweit maximal bis 14 Uhr geöffnet, in 4 Ländern ab 6 Uhr
- Heiligabend am Sonntag: nur Lebensmittelgeschäfte und Weihnachtsbaumverkauf bis 14 Uhr
- Silvester ohne Sonderregel: 8 Bundesländer, reguläre Werktagszeiten
- Silvester mit Schließzeit 14 Uhr: Bremen, Hessen, Niedersachsen, Thüringen
- Silvester mit späterer Grenze: Bayern/Saarland bis 20 Uhr, Rheinland-Pfalz/Sachsen bis 22 Uhr
Häufige Fragen zu Heiligabend und Silvester
Dürfen Supermärkte an Heiligabend bis 14 Uhr öffnen?
Ja, Supermärkte gehören zu den Geschäften, die an Heiligabend bis zur bundesweiten 14-Uhr-Grenze öffnen dürfen, sofern der Tag nicht auf einen Sonntag fällt.
Gibt es an Silvester überall dieselbe Schließzeit?
Nein. Acht Bundesländer haben keine Sonderregel, die übrigen acht schreiben Schließzeiten zwischen 14 und 22 Uhr vor.
Sind Tankstellen an Heiligabend und Silvester durchgehend geöffnet?
Tankstellen fallen unter die Ausnahme für Reisebedarf nach § 9 Ladenschlussgesetz und dürfen an beiden Tagen unabhängig von der allgemeinen Ladenschlussregel öffnen.
Quellen und weiterführende Literatur
Ladenöffnungszeiten Heiligabend nach Bundesland, Stand 2026 — schnelle-online.info.
Ladenöffnungszeiten Silvester nach Bundesland, Stand 2026 — schnelle-online.info.
Übersicht Ladenöffnungszeiten je Bundesland — Wikipedia: Ladenöffnungszeit.
Gesetz über den Ladenschluss (LadSchlG), § 9 Reisebedarf — gesetze-im-internet.de.
Empfohlene Internal Links
Im Abschnitt „Wie unterscheiden sich die Silvester-Regeln“ verlinken zu Marken-Übersicht mit Filialzeiten. Im Abschnitt zu Tankstellen verlinken zu Heute offen? Live-Status-Checker. Im Schluss verlinken zu Orte-Übersicht und Glossar Ladenöffnungsrecht.
