Zum Inhalt springen
Laden-Öffnungszeiten

Stromkosten im Laden senken: Standby-Verbrauch

Redaktion · veröffentlicht am 18. Oktober 2026

Stromkosten im Laden senken: Standby-Verbrauch

Ein Friseursalon mit drei Styling-Stationen, ein Buchladen mit Kasse und Beratungsbildschirm, ein kleines Modegeschäft mit Beleuchtungssteuerung und Musikanlage: All diese Betriebe haben eines gemeinsam. Jede Nacht, jedes Wochenende und an jedem Feiertag laufen Dutzende Geräte im Standby-Modus weiter und ziehen still Strom aus der Leitung. Was pro Gerät nach wenigen Watt klingt, summiert sich über ein Jahr zu einem echten Kostenblock.

Was Standby im Laden wirklich kostet

Ein typisches Gerät im Standby zieht zwischen 0,5 und 5 Watt. Das klingt harmlos. Doch ein kleiner Einzelhandelsbetrieb hat selten nur fünf solcher Geräte. Kassensystem, Drucker, Monitore, Musikanlagen, Router, Ladegeräte, Klimaanlage im Bereitschaftsmodus, Kaffeemaschine mit Display: Schnell kommen 20 bis 30 Geräte zusammen.

Rechnet man mit durchschnittlich 2 Watt pro Gerät und 25 Geräten, ergibt das eine Dauerleistung von 50 Watt. Über 16 Stunden täglich außerhalb der Öffnungszeiten, 365 Tage im Jahr, sind das rund 292 Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem Gewerbestrompreis von 0,28 Euro pro Kilowattstunde entstehen so gut 82 Euro Kosten allein durch Standby. In größeren Filialen mit mehr Geräten oder höheren Wattwerten steigt dieser Betrag schnell auf 200 bis 400 Euro jährlich.

Welche Geräte besonders auffällig sind

Nicht alle Geräte sind gleich. Ältere Drucker aus dem Bürobereich können im Standby bis zu 8 Watt ziehen. Ältere Röhrenbildschirme, die in manchen Betrieben noch als Infodisplay laufen, verbrauchen im Ruhezustand sogar bis zu 15 Watt. Kaffeevollautomaten mit Displayheizung liegen häufig bei 5 bis 10 Watt im Bereitschaftsbetrieb.

Besonders tückisch sind Geräte, die keinen echten Aus-Zustand kennen. Viele moderne Smart-TVs, die als Schaufensterdisplay oder Infomonitor betrieben werden, lassen sich zwar per Fernbedienung ausschalten, bleiben aber im Netzwerk-Standby aktiv und verbrauchen dabei dauerhaft 3 bis 6 Watt. Bei fünf solcher Displays in einer Filiale macht das allein schon 15 bis 30 Watt nonstop.

Messen statt schätzen: Der erste Schritt

Wer seinen Standby-Verbrauch wirklich kennen will, kommt am Strommessgerät nicht vorbei. Geräte wie das Brennenstuhl PM 231 E oder das Voltcraft Energy Check 3000 sind für 15 bis 40 Euro im Fachhandel erhältlich und messen den tatsächlichen Verbrauch eines Geräts in Watt und Kilowattstunden. Eine Bestandsaufnahme über zwei Wochen zeigt, welche Geräte die größten Verursacher sind.

Diese Messung lohnt sich vor allem bei Geräten, die häufig übersehen werden: das Ladekabel des mobilen Kartenterminals, das dauerhaft in der Steckdose steckt, der Backup-Router für den Notfallbetrieb oder das alte Faxgerät, das aus Gewohnheit noch läuft. Ein einziger Nachmittag mit dem Messgerät kann den Standby-Verbrauch im Laden um 30 bis 50 Prozent sichtbar machen.

Technik, die wirklich hilft

Die einfachste und günstigste Maßnahme sind schaltbare Steckdosenleisten. Sie ermöglichen es, mehrere Geräte mit einem Schalter komplett vom Netz zu trennen, sodass kein Rest-Strom mehr fließt. Wer systematisch vorgehen möchte, findet in einem guten Überblick zum Standby Verbrauch senken konkrete Hinweise dazu, welche Leisten sich für welche Gerätekombinationen eignen. Entscheidend ist dabei, dass die Leiste selbst im ausgeschalteten Zustand keinen Strom mehr verbraucht, was bei billigen Modellen nicht immer gewährleistet ist.

Eine Stufe weiter gehen zeitgesteuerte Steckdosen. Sie schalten Gerätegruppen automatisch ab, wenn der Laden schließt, und wieder ein, bevor das erste Personal eintrifft. Für eine Gruppe aus Monitor, Drucker und Lautsprecher, die täglich 14 Stunden unnötig im Standby laufen würden, bedeutet das eine Einsparung von mehreren Kilowattstunden pro Monat ohne jeden manuellen Aufwand.

Für größere Betriebe mit mehreren Räumen oder Filialen lohnt sich der Blick auf Smart-Plugs mit Fernsteuerung und Verbrauchsmessung. Produkte wie der TP-Link Tapo P110 oder die Shelly Plug S messen den laufenden Verbrauch und lassen sich per App oder Zeitplan steuern. Der Anschaffungspreis liegt bei 10 bis 20 Euro pro Stück und amortisiert sich bei konsequentem Einsatz in vielen Fällen innerhalb eines Jahres.

Organisatorische Maßnahmen, die oft unterschätzt werden

Technik allein reicht nicht. Mindestens genauso wichtig sind klare Abläufe beim Ladenschluss. Eine Checkliste, die festlegt, welche Geräte beim Verlassen des Ladens abgeschaltet werden müssen, kostet nichts und verhindert, dass Mitarbeiter aus Unsicherheit lieber alles anlassen.

  • Kassensystem komplett herunterfahren, nicht nur sperren
  • Drucker und Scanner an der Steckdosenleiste ausschalten
  • Musikanlagen und Displays vom Netz trennen
  • Kaffeemaschinen und Wasserkocher ausstecken
  • Ladekabel für Terminals und Handys aus der Steckdose ziehen

Wer diese Liste als Aushang neben dem Lichtschalter positioniert, sorgt dafür, dass das Thema im Alltag präsent bleibt. Gerade in Betrieben mit wechselndem Personal oder Teilzeitkräften ist das ein unterschätzter Hebel.

Lohnt sich eine Geräteprüfung vor dem Kauf?

Beim nächsten Gerätekauf sollte der Standby-Verbrauch als Kriterium genauso selbstverständlich sein wie der Preis. Viele neueren Geräte erreichen dank EU-Ökodesign-Verordnung einen Standby-Wert von unter 0,5 Watt. Ältere Modelle liegen oft um den Faktor 10 höher.

Ein Beispiel: Ein Drucker aus dem Jahr 2013 zieht im Standby 6 Watt, ein aktuelles Vergleichsmodell nur noch 0,5 Watt. Bei 16 Stunden täglichem Standby und einem Strompreis von 0,28 Euro ergibt sich eine jährliche Differenz von rund 8 Euro allein für dieses eine Gerät. Über fünf Jahre und mehrere Geräte hochgerechnet, kann der Gerätewechsel eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung sein, auch wenn der Drucker selbst noch funktioniert.

Für Händler, die ihre Betriebskosten ernst nehmen, ist der Standby-Verbrauch kein Randthema. Mit überschaubarem Aufwand lassen sich in den meisten kleinen und mittleren Läden 50 bis 200 Euro pro Jahr einsparen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Wer heute damit anfängt, zu messen und zu strukturieren, profitiert dauerhaft von niedrigeren Nebenkosten.

Über diesen Beitrag

Erstellt und gepflegt von der Redaktion. Wir nennen die Quelle und den Stand unserer Angaben, damit du sie nachprüfen kannst. Fällt dir ein Fehler auf, schreib uns, wir korrigieren nachvollziehbar mit Datum.

Weitere Beiträge

Für Geschäftsinhaber

Geschäft eintragen oder Eintrag verbessern

Kurz ausfüllen, wir melden uns per E-Mail.

  • Eintrag korrigieren
  • Premium-Sichtbarkeit
  • Antwort per E-Mail

Kostenloser Vermittlungsservice. Für die Vermittlung erhalten wir gegebenenfalls eine Vergütung von unseren Partnern, für dich entstehen keine Kosten.

✉ Geschäft eintragen